GERLOS TIROL

BILDUNGSZENTRUM

OFFENER WETTBEWERB

STÄDTEBAULICHE IDEE

Das Bildungszentrum Gerlos soll sich trotz der großen geforderten Flächen in die dörfliche Struktur des Ortes einfügen, mit diesen kommunizieren und verbindend wirken. Ziel ist es, mit den umliegenden Baukörpern einen neuen ‚Dorfteil‘ zu generieren. Der Planverfasser entscheidet sich für unterschiedlich gegliederte Baukörper mit asymmetrischen Satteldächern, welche sich aus dem Innenraum ableiten.
Die fünf in sich verschobenen „Häuser“ geben dem neuen Zentrum einen ‚kindgerechten‘ Maßstab, wobei große Kubaturen wie der Turnsaal städtebaulich in den Hintergrund treten und im Gelände verschwinden.
Die Freiflächen umspielen die Gebäude und gliedern sich in eine öffentliche Begegnungszone und eine intern genutzte, sich über zwei Niveaus erstreckende, Lehr- Lern und Spielfläche.

ENTWURFSIDEE

Es entsteht eine Gruppe von Gebäudeteilen mit Satteldächern die ein eigenes multifunktionales „Bildungs-Spieldorf“ bilden. Funktional werden Kindergrippe und Kindergarten sowie Volksschule, Foyer/Aula und Turnsaal zusammengefasst. Das Ankommen der Kinder mit Rad, Roller und zu Fuß oder der Eltern und Lehrer mit dem Auto, mündet in der vorgelagerten Begegnungszone. Es entsteht ein einladender Treff – und Kommunikationsplatz für Kindern und Erwachsene. Überdachte Außen - und Eingangsbereiche bilden für den täglichen Betrieb wertvollen Wind - und Wetterschutz, und erlauben für die öffentliche Verwendung maximale Flexibilität.

Die Aula bildet das Bindeglied zwischen Freibereich und Schule mit Turnsaal, sowohl für schulische als auch öffentliche Nutzung. In den oberen zwei Geschoßen findet die Spiel- und Lernlandschaft Platz, wobei die Volksschule durch eine Treppe mit großzügige Luftraum räumlich und organisatorisch zusammengefasst wird.
Im ersten Obergeschoß– abgehoben von der Begegnungszone – greifen die Freiflächen und Freiklassen ineinander und bilden so im Gebäudeknick den Dreh- und Angelpunkt des Geschehens im Außenbereich. Dieser wird wie bereits die Begegnungszone durch die auskragenden Baukörper zoniert. Durch verschiedene Vor- Rücksprünge bzw. Auskragungen entstehen außen und innen ‚Kleinorte‘, welche dem natürlichen Maßstabsempfinden der Kinder entsprechen, und individuelle Rückzugs- Aufenthaltsorte für Lehr- und Ruhezeit bilden.

RAUMKONZEPT

Die Idee, auf die persönlichen Empfindungen der Kinder einzugehen und einen Ort zu schaffen, an welchem flexibel gelehrt und gelernt werden kann, zieht sich durch die verschiedensten Bereiche.

Die Aula dient als offener heller Raum für gesunde Jause und Mittagstisch und kann ebenso als Tribüne für den Turnsaal fungieren. Die großzügige Erlebnistreppe mit versteckter Lesehöhle darf als Bühne benutzt werden und trennt sanft den offenen Bereich von der Schulgarderobe und verbindet zugleich die Bereiche der Volksschule mit dem Foyer. Die Räumlichkeiten für die schulische Verwaltung liegen vertikal gesehen in der Mitte der Volksschule bieten einen guten Überblick über die Spiel- und Bewegungsflächen im Innen- sowie Außenbereich. Die vielseitig nutzbaren Bereiche Kunst und Forschen, Freizeitraum und Werkraum mit dem gemeinsamen Marktplatz und Zugang zur hausschuhtauglichen Freiklasse ergänzen die Mittelzone. Die mobilen Raumteiler zwischen Klassenzimmer und Marktplatz im obersten Geschoß bieten Stauraum für die Lehrmittel. Durch verschieben dieser Elemente entstehen so variable nutzbare Raumkonfigurationen.

 

Die Kindergrippe und der Kindergarten teilen sich ebenerdig eine Zentralgarderobe sowie den Pädagoginnen Bereich. Der Essensbereich für die Jause und den Mittagstisch lässt sich durch faltbare Glaselemente zur Begegnungszone hin öffnen und ermöglicht die externe Anlieferung der Speisen. Im MIttelgeschoß gruppieren sich um die zentrale Treppe die Gruppenräume, die Spielzone, der Teilungsraum und die Wasserlandschaft des Kindergartens. Durch große Schiebeelemente lässt sich dieser Bereich großzügig zueinander öffnen. Der Bewegungsraum grenzt an die Gartenfläche, welche über eine Schmutzschleuse betretbar ist. Das oberste Geschoß bietet Platz für die Kleinsten. Von der gemeinsam genutzten Spielzone werden die beiden Gruppenräume, mit jeweils vorgelagerter Loggia, erschlossen. Der Bewegungsraum der Kinderkrippe erhält einen eigenen geschützten Freibereich.

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